Dieser Artikel erscheint im Rahmen unserer Reihe "10 Punkte, die Sie bei der Einführung einer (Rapid) eLearning Authoring-Software beachten sollten".
Stellen Sie die Weichen von Anfang an richtig und sparen Sie so viel Zeit. Es geht um die berühmte „Eierlegende Wollmilchsau“, also eine System, das möglichst alles können sollte:

- E-Learning-Entwicklung
- Benutzerverwaltung
- Kursverwaltung
- Kalenderfunktion
- SAP-Anbindung
- Karriereplanung
- Dokumentenverwaltung
- Zertifizierung
usw.
Hier sind nur einige Funktionen genannt, welche auf einer Wunschliste stehen könnten. Und es wird schnell klar, dass der Aufwand ein System zu finden, das in allen Disziplinen gut ist, sehr aufwendig und kostspielig ist.
Wir empfehlen die schrittweise Herangehensweise und die Trennung von Authoring-Software und Learning Management System (LMS).
Zielgruppe und Sichtweise
Weshalb ist es sinnvoll, diese zwei Dinge zu trennen? Zunächst betrifft dies unterschiedliche Zielgruppen. Der Autor, der Inhalte herstellt, ist selten die gleiche Person, welche auch das LMS verwaltet.
Die Sichtweise ist eine komplett andere. Für einen Autor sind die Möglichkeiten bei der Herstellung der Inhalte wichtig. Er erstellt für seine Zielgruppe Lerninhalte und hat daher eine „Bottom-Up-Sicht“, also eine Sichtweise von unten nach oben. Ein Manager, der das LMS verwaltet, hat eine Sichtweise von oben nach unten (Top-Down-Sicht). Bei einem LMS stehen die Verwaltung der Inhalte, der Benutzer und die Auswertungen im Vordergrund. Typischerweise sind dort IT-Abteilungen und Linienverantwortliche involviert.
Kosten
Authoring-Systeme sind im Vergleich zu umfassenden LMS extrem günstig. Eine Softwarelizenz und ein Trainingstag reichen aus und der Autor kann sich sofort an die Arbeit setzen. Implementation, Verwaltung und Lizenzierung von LMS sind ungleich teurer und ziehen oft relativ hohe laufende Kosten nach sich. Und es vergeht viel Zeit, bis ein solches System eingeführt ist.
Abhängigkeiten
Authoring-Software wie beispielweise Articulate Studio ist Standardsoftware. Das Programm wird wie MS Word bedient und erfordert keine weitere Unterstützung von Drittfirmen. Ganz anders bei LMS: Dort wird oft eine Abhängigkeit geschaffen, welche Firmen für lange Zeit aneinander bindet. Der Schulungsaufwand für solche Systeme ist aufwendig.
Erfahrungen sammeln
Gerade bei der Neueinführung von E-Learning ist es sinnvoll, Erfahrungen zu sammeln. Mit einer Authoring-Software können Sie sehr schnell starten und konkrete Ergebnisse in Form von Lernmodulen vorzeigen. Damit erhalten Sie Feedbacks und Wünsche von der Zielgruppenseite, welche Sie bei einer späteren Evaluation eines LMS einfliessen lassen können.
Bei der Einführung eines jeden Systems ist die Akzeptanz bei dem Nutzer sehr wichtig. Und wenn der Nutzer einmal verärgert ist, weil ein System aufgrund von Kinderkrankheiten nicht richtig funktioniert hat, ist es sehr schwierig, ihn wieder „an Bord zu holen“. Ausserdem ist die Skepsis gegenüber Management Systemen generell grösser, da das Gefühl „Big Brother is watching you“ mitschwingt.
Ein erstes gut gemachtes Lernmodul zeigt dem Mitarbeiter, dass er wertgeschätzt wird und man keine Mühen für die Wissensvermittlung gescheut hat. Das kommt sehr gut an und der Nutzer startet mit einer positiven Einstellung.
Verstehen Sie uns hier richtig: Man braucht Learning Management Systeme! Die sich stellende Frage ist: Mit was am sinnvollsten beginnen?
Unser Empfehlung:
Starten Sie mit der Authoring-Software und erstellen Sie ein konkretes Lernmodul. Danach befassen Sie sich mit den Anforderungen an ein LMS.
Wichtig ist, dass die Authoring-Software den SCORM-Standard unterstützt, damit die Module Daten an das zukünftige LMS übergeben können. Mehr dazu im Artikel „SCORM-kompatibel, was heisst das?“