Nachdem sich die erste Euphorie gelegt und der iPad Einzug in das tägliche Leben gehalten hat, ist es an der Zeit, von unserer Seite Stellung zu beziehen und auf die Schiefertafel von Apple nach den Gesichtspunkten des Lernens einzugehen.
Dabei möchten wir nicht in das allgemeine Klagelied der fehlenden Flash-Unterstützung einstimmen, sondern vom heutigen Stand aus die Chancen und Möglichkeiten von iPad-Learning beleuchten.
mLearning stand bisher vor allem in Verbindung mit dem Lernen mittels Smartphones, früher noch PDAs (personal digital assistants). Laptops sind zu schwer, um wirklich mobil zu sein. Und ob Netbooks im Zeitalter des iPads Bestand haben, muss sich erst erweisen.
Doch eignen sich diese mobilen Geräte nicht wirklich gut für die Lieferung klassischer E-Learning-Inhalte, sondern eher dafür, E-Learning-Leistungen zu unterstützen. Dies ist zum Beispiel möglich in Form von Informationen, welche in kleinen Einheiten just in time geliefert werden, im Gegensatz zu längeren, didaktisch strukturieren Lernmodulen.
Wodurch unterscheidet sich das iPad nun von den bisherigen mLearning-Geräten:
- Offensichtliches Merkmal ist die Grösse des Bildschirmes, welcher viel Platz für E-Learning-Inhalte bietet.
- Der iPad ist als Gerät konzipiert, welches permanent mit dem Internet verbunden ist, auch wenn Apple verschiedene Varianten in Bezug auf Konnektivität anbietet.
- Die grosse Fläche ermöglicht einfache Eingaben und flexiblere "Multi-Touch"-Bedienungen.
- Der Beschleunigungssensor misst, wie der iPad sich bewegt. Zusammen mit dem eingebauten GPS eine komplett neue Möglichkeit, mit E-Learning-Inhalten auf dem iPad in Interaktion zu treten.
- Die lange Betriebszeit und die verhältnismässig leichte Hardware machen das iPad standortunabhängig.
- Mikrofon und Stereo Speaker ermöglichen audiobasiertes "synchronous learning".
- Offene Web-Standards ermöglichen Screendesignern, E-Learning-Inhalte für den iPad anzubieten. Speziell entwickelte E-Learning-Applikationen nutzen mehr und mehr die Möglichkeit, alle Sinne mit den Funktionen des iPads anzusprechen.
- Den Austausch mit anderen Lernenden ermöglicht das iPad via Bluetooth oder Wifi-Verbindung.
Wie definiert das iPad mLearning nun neu?
Zunächst wird klar, dass das iPad für die Darstellung von Inhalten sehr viele neue Möglichkeiten bietet. Texte, Bilder, Grafiken und Bedienungselemente lassen sich raffiniert miteinander kombinieren und optisch grosszügig und ansprechend gestalten. Bewegte Bilder verleihen den Inhalten Dynamik und Leben.
iPad-Zeitschriften und -Zeitungen schöpfen diese Möglichkeiten noch nicht vollends aus, lassen aber gut erahnen, wohin die Reise geht. Gute Beispiele für diese Anwendungen sind: Die Welt, Der Spiegel, der Tagesanzeiger oder die Coopzeitung.
Das iPad ist wie geschaffen, Wissensdatenbanken wie beispielsweise Wikipedia, Atlanten, Kompendien zu diversen Themen zur Verfügung zu stellen. Die permanente Verbindung mit dem Internet hält die Inhalte ständig up to date. Wikipanion, DesignClassics, Art Authority, The Elements sind u. a. Vertreter dieser Wissensdatenbanken.
Interaktive Spiele zeigen, wie der Bewegungssensor genutzt werden kann. E-Learning-Module mit haptischen Interaktionen würden dem Bewegungstrieb des Menschen entgegenkommen und die Informationen vertiefen. Schöne Beispiele dieser Technologie sind Labyrinth 2, Real Racing HD oder Top Gun.
Wie man mit Inhalten interagiert, zeigen sehr schön Apps, die bereits in grosser Zahl vor allem für Kinder entwickelt wurden. Erforschen, Zusammenbauen, Malen, Zeigen, Blättern, Ziehen sind nur einige der Dinge, die mit den Fingern oder mit der Hand gemacht werden können: MIX-MAX, ABC FUN, iCreat, Zeichen Pad
Fazit
Applikationen oder Webpages, welche alle diese Möglichkeiten in E-Learning-Modulen nutzen, sind noch sehr rar. Zwar findet man im App Stor unter der Rubrik Bildung sehr viele Apps, beim näheren Hinschauen entpuppen sich die meisten jedoch als einfache Ansammlung von Bildern oder Texten. Vor allem sind mehr oder minder aufwendige Kompendien zu Spezialthemen, Sprachkurse und Lernspiele für Kinder zu finden.
Ein Beispiel, welches unserer Meinung nach in die Richtung geht, ist der didaktisch strukturierte Kurs "Pocket MBA - course" von INTERSOG.
Es bleibt weiter spannend und wir von partekk bleiben für Sie am Ball!
Sicher haben wir das eine oder andere gute mLearning-App übersehen, vielen Dank im Voraus für Ihre Beiträge.